Sommerprojekt 2017

Für die Schulferien 2017 haben wir uns etwas ganz besonderes für die Kinder im Kinderhaus ausgedacht - sie bekommen Besuch aus Deutschland. Und zwar von Marion und Holger Zoudlik. Marion ist die Schulleiterin der Grundschule Feldkirchen in Bayern, die uns schon lange in vielfacher Form unterstützt. Ihr Mann Holger ist Ingenieur. Die Beiden sind aber nicht einfach so im Kinderhaus - sie möchten den Kindern etwas beibringen und sich mit ihnen beschäftigen. Deshalb möchte Marion den Kindern während ihres Aufenthalts Englisch beibringen. Holger baut währendessen mit ihnen eine Tischtennisplatte, die im Kinderhaus bestimmt noch lange nach dem Besuch für viel Spaß sorgen wird.

Während ihres Aufenthalts werden die beiden jeden Tag berichten, was sie so erleben und wie die Kinder beim Lernen und Bauen vorankommen. Weiter unten auf der Seite findet ihr Bilder und Videos, die die beiden gemacht haben.


Tag 1

Zuerst treffen wir Antony, der uns herzlich willkommen heißt und dem wir erzählen, warum wir eigentlich hier sind:

Unser „Projekt“ will natürlich zuallerst den Kindern Zeit schenken.

Aber wir wollen auch eine „Englischschule“ machen – hierzu haben wir viele englische Bilderbücher mitgebracht. So können auch die Kinder, die noch gar kein Englisch sprechen, anhand der Bilder lernen. Außerdem haben die Kinder aus der 4. Klasse in Vagen für jedes Kind einen individuellen Collegeblock gestaltet, den sie jetzt als „Englischheft“ benutzen können.

Als Zweites möchten wir mit den Kindern für die Kinder Beachtennisschläger und Tischtennisschläger sägen, so dass dann jedes Kind seinen eigenen Schläger hat. Hierfür haben wir Laubsägen mitgebracht. Die Kinder lernen, wie sie sie benützen können und können damit später Dinge sägen, die sie möchten.

Dann werden wir herumgeführt und dürfen das ganze Kinderhaus sehen – eine tolle Arbeit, die hier gemacht wird – ein gelungenes Haus!

 

Als wir dann die Kinder treffen, ist am Anfang  alles noch sehr verhalten. Doch dann packt Holger die „Prototypenschläger“ - also die ersten selbstgebauten Schläger und einen Ball aus – und schon ist das Eis gebrochen. Wir haben auch ein Netz für Beachtennis dabei, das wir eigentlich erst viel später ins Spiel :-) bringen wollten – aber genau jetzt ist der Moment.

Die Kinder lernen schnell und bis zum Mittagessen spielen alle Kinder irgendwie Ball – mit und ohne Schläger.

Vor dem gemeinsamen Mittagessen ist der große Renner, dass sich jedes Kind mit uns fotografieren lässt – und natürlich das Bild dann gleich anschauen darf.

 

Dann folgt die große Vorstellungsrunde:

Die Kinder sagen uns ihre Namen und in welche Klasse sie gehen. Dann stellen wir uns vor und erzählen, was wir hier machen.

Dann haben die Kinder viele Fragen: ob ich ihnen noch etwas anderes beibringen kann als Englisch? Nämlich Mathematik und Wissenschaften?

Ob es geht, dass sie einmal die Kinder in der Schule in Feldkirchen besuchen und umgekehrt?

Ob sie mitmachen dürfen, obwohl sie noch fast kein Englisch können?

Holger wird – als Ingenieur – gleich angeheuert, einfache, notwendige Reparaturen am Haus auszuführen – wir sind gleich mittendrin :-)

Den Rest des Nachmittags wir draußen Beachball gespielt, erste Regeln geklärt und – für ein richtiges Spiel – ein Spielfeld kreiert.

Am nächsten Tag soll der Unterricht beginnen und Lucky und Holger wollen das Holz für die Torwand, die Tischtennisplatte und die Schläger besorgen.

 


Tag 2

Nach einem frühen Frühstück geht’s zum Kinderhaus, damit der Unterricht pünktlich beginnen kann.

Wir werden schon freudig erwartet.

 

Die Kinder werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die leistungsstärkere Gruppe beginnt. Am Anfang bekommt jedes Kind einen der von den Grundschülern in Feldkirchen gestalteten Blöcke – das ist ab jetzt das Englischheft.

Wir beginnen mit einer Vorstellungsrunde. Natürlich auf Englisch!

Die Kinder erzählen, wie sie heißen, was ihre Lieblingstiere, - farben etc. sind, wie alt sie sind, und woher sie kommen. In einem Spiel müssen sie sich das dann von den anderen Kindern merken und (auf Englisch) wiederholen.

 

Anschließend erstellen sie ihren eigenen Steckbrief und stellen ihn vor der gesamten Gruppe vor.

Nach ungefähr einer Stunde kommt die nächste Gruppe – die Kleinen.

In spielerischer und einfacherer Form machen sie dasselbe.

Alle haben sehr viel Spaß und freuen sich schon auf die nächste Englischstunde.

 

In der Zwischenzeit starten Lucky und Holger, um das Holz zu besorgen.

Es dauert bis in den späten Nachmittag.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen (rice and stew) bringe ich für die Kinder die Malkästen und Fingermalfarben, die wir mitgebracht haben.

Die Kinder (und die Betreuer) haben diese Art Farben noch nie gesehen! So kommt es, dass nicht nur ein paar, sondern alle Kinder malen wollen – und die Erwachsenen – Antony und Ruth.

Sie fangen auch gleich an und beweisen sich als echte Künstler.

Über Stunden herrscht buntes Treiben – die Kinder (und Erwachsenen) probieren alle Farben aus. Kreative Kunstwerke entstehen.

 

Eine erfüllte Zeit.

 

Um halb 4 kommt das Holz. Riesige Platten …....transportiert auf einem Motorrad mit Anhänger!!! :-)

 


Tag 3

Heute haben wir die Schule, in die die Kinder gehen, besucht. Wir haben arrangiert, wie die größeren Kinder die Englischkurse, die die Schule anbietet, besuchen können. Dann stand wieder unser Englischunterricht auf dem Programm: Die Großen haben ihre Lesen und ihr Leseverständnis anhand des Buches „Peace at last“ geübt. Auch die Kleinen haben hinterher anhand eines Buches Englisch geübt – bei ihnen ging es mithilfe von „Brown Bear Brown Bear“ um Farben und Tiere. Danach gab es eine erste Einweisung ins Sägen mit den mitgebrachten Laubsägen und Handbohrmaschinen, was schon super funktionierte.

 

 

Insgesamt war auch heute ein langer Tag – wir sind kaputt aber froh!

 


Tag 4

 

Auf dem Weg zum Kinderhaus erwartet uns eine unglaublich gute Nachricht:

 

Holger hatte noch in Deutschland einen Kontakt zu einer Werkzeugfirma in Kumasi hergestellt. Der Geschäftsführer fand unser Projekt so gut, dass er sagte, Kiku könne sich für die Zeit des Projekts eine Stichsäge kostenlos leihen. Sie wurde extra von Accra hergebracht.

Heute sagte man uns, Kiku kann die Stichsäge haben – ein Geschenk in einem Wert von ca. 800 € !  :-)

 

Am Kinderhaus angekommen beginnt gleich der Englischunterricht für die Großen, weil sie anschließend in ihren Ferienkurs an die Schule müssen.

Heute suchen wir aus dem Buch „Peace at last“ alle irregulären Verben und konjugieren sie. Außerdem üben sie das betonte Vorlesen – auch mit verstellten Stimmen – damit sie das, nach unserer Abreise – bei den Kleinen auch anwenden können.

 

In der Zwischenzeit sägen die anderen Kinder mit ihren Laubsägen alle möglichen Tiere und Formen bereits selbstständig aus – und unsere Sterne – dieses Jahr gibt es einen prächtig geschmückten Christbaum... :-)

Sie lernen schnell und sind schon sehr geschickt.

 

Die Gruppe der Jüngeren liest inzwischen selbstständig das Buch „ Brown bear“ (s. Video) und ist sehr stolz darauf. Überhaupt sind die Kinder mit einem unglaublichen Eifer und einer ungeheuren Ausdauer bei der Sache. Sie haben gestern zum Teil bis zum Abend – von sich aus – weiter an ihren Einträgen gearbeitet.

 

Während des Unterrichts repariert Holger mit Vabene die Fliegengittertüren am Kidshouse.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen sägen die Kinder wieder mit Ausdauer und Begeisterung ihre selbstgemalten Motive und designen bereits auf Blöcken, wie sie ihre Schläger farbig gestalten möchten.

….und alle warten sehnsüchtig auf Lucky, der die „Powertools“ abholt. Denn erst mit ihnen kann der Schläger-, Torwand- und Tischtennisplattenbau beginnen.

 


Tag 5

Heute hat uns Ruth eingeladen, mit ihr und den Kids in ihre Kirche zu gehen.

Ein echtes Erlebnis – sehr spirituell und unendlich laut...

Faszinierend aber, wie die Kids dort einfach „sind“. Die Kleinsten schlafen einfach – es ist ein Kommen und Gehen – nur eben unendlich laut.

 

Danach wird lunch bereitet und nach dem gemeinsamen Mittagessen geht es endlich los – es ist noch ohne Ende Arbeit zu tun.

Mit den Kleinen mache ich die Englischstunde. Nachdem wir ja die Farben gelernt haben, sollen die nun anhand der Kleidungsstücke angewandt werden. Dazu habe ich das nette Buch „Maisy goes swimming“ mitgebracht. Gerade für die Kleinen ein sehr schönes Buch, weil man Maisy die Kleidungsstücke tatsächlich an- und ausziehen kann. Die Kinder lernen die Anziehsachen in Verbindung mit den Farben – nur ist es natürlich sehr nett, dass Maisy anfangs einen Schal, eine Mütze und Handschuhe anhat – vielleicht nicht gerade die Kleidungsstücke, die die Kinder hier kennen... :-)

Die Großen waren heute die ganze Zeit in der Ferienschule, deshalb startet Holger mit ihnen – während die Kleinen „verräumt“ sind, gleich mit dem Schlägerbau.

Vorher müssen natürlich erst die Brettstücke mit der neu erworbenen Stichsäge gesägt werden. Alles wird aufgebaut – doch dann funktioniert das Verlängerungskabel nicht in Verbindung mit dem Werkzeug....

Was tun?

Wir improvisieren und wechseln den Platz, so dass man – provisorisch – mit dem kurzen Kabel sägen kann.

Quabena bekommt eine Einweisung in die Stichsäge (siehe Video) – schließlich soll es nach unserer Abreise weitergehen...

Antony und Quabena fürchten sich anfangs vor der lauten schnellen Säge – aber: Quabene macht einen guten Job.

Dann soll es losgehen, aber da kommt der „Stealman“ und sagt: jetzt sind die Tore fertig.

Also müssen sich die Kinder gedulden und alles ist, wie Anna es uns die ganze Zeit gesagt hat:

Das deutsche „straighte“ Projektdenken, können wir ganz einfach vergessen.

Aber wir sind ja flexibel... :-)

 

Die Brettchen sind gesägt, der „Sägetisch“, welcher der Spiel- und Esstisch aus dem Kikuraum ist – aufgebaut – next to the men – so können die „Großen“ - immer ein Säger und ein Holder – beginnen, während die Männer daneben die Böcke für die Tischtennisplatte sägen....

So war der Plan....

Doch durch die Stealmen mit den Toren verzögert sich alles – somit ist die Englischstunde bereits fertig und die Großen noch nicht.

Plötzlich wollen alle mit den Laubsägen sägen....

Ich ziehe schnell mein „Lehrgewand“ aus und komme in Bermuda und T-Shirt, um zu helfen. Ein großes Halllo bei den Kids, die mich bisher nur im „Offical style“ gesehen haben:-)

 

Jetzt bin ich ja Lehrerin und kann eine größere Gruppe Kinder organisieren, aber 16 Kinder (mit den Gästen vom Dorf...), die alle gleichzeitig mit Laubsägen sägen wollen, an einem Tisch, der dafür überhaupt nicht gemacht sind..... Ufff!

Die Kinder (und Erwachsenen) sägen mit Begeisterung und wie wild – was dazu führt, dass ohne Ende Sägeblätter reißen und neu eingesetzt werden müssen – hab ich bisher nie gemacht, aber die Männer sind beschäftigt – also lern ich besser schnell :-)

Wir hatten einige Packungen dabei – hoffentlich reichen sie.

 

Es ist ein echter Spaß und die Kinder wollen gar nicht aufhören. Auch die Kleinsten beteiligen sich höchst kreativ (siehe Bild). Plötzlich ist es 18 Uhr – die Zeit verfliegt hier in Afrika. Es heißt: Aufräumen und nur schwer sind die Kids zu überzeugen, von ihren Schlägerschablonen zu lassen....

 

Again: what a day!

 


Tag 6

Am Freitag noch haben sich die „Großen“ von mir verabschiedet mit: „We wait for you on Monday“ - und ich freu mich schon sehr, dass es weitergeht. Aber dann kommen wir später, weil Lucky noch einiges vorher besorgen muss (es ist immer eine lange Fahrt ins Kidshaus) – und dann sind die Großen schon weg, weil sie heute an einer besonderen Lesson in ihrer Schule teilnehmen sollen. Alle anders als geplant – Ghana halt – wie Anna sagen würde. Sich daran zu gewöhnen, ist echt schwer!

 

Also starte ich mit den „Kleinen“. Nachdem wir die Farben und Anziehsachen gelernt haben, sind jetzt die Körperteile dran. Mit dem Buch „From Head to toe“ lernen wir anhand verschiedener Tiere die Körperteile kennen und was man mit ihnen so kann.

Und dann passt natürlich das Lied „Head, shoulders, knees and toes“ perfekt. Die Kids haben echt Spaß und singen es den Rest des Tage, wo immer man sie trifft :-)

 

In der Zwischenzeit sägt Holger mit Quabene die Böcke für die Tischtennisplatte – es geht voran :-)

Sobald die Großen aus der Schule zurück sind und gegessen haben, beginnt das große „Schlägerfinish“. Jedes Kind beschleift seine Handteile des Schlägers zuerst mit grobem Schleifpapier, um Rundungen zu schaffen und um die 3 Teile aneinander anzugleichen. Dann bohrt jedes Kind (mit Holgers Hilfe) mit der Handbohrmaschine die Löcher, in die dann die Holzdübel geklopft werden. Anschließend kommt das „Feintuning“ - die Schläger werden „smooth“ gemacht, indem die Kinder mit feinem Schleifpapier noch einmal alles beschleifen. Wieder sind alle mit Feuereifer bei der Sache – jeder will alles selber machen.....

 

Der Nachmittag schreitet schnell voran. Gegen halb fünf beenden wir die Handwerksarbeit – und plötzlich ist jedes Kind mit seinem eigenen Schläger auf dem Spielfeld – ein tolles Bild :-)

 

Und dann wollen wir heute das Vorlesen für alle starten. Es sollte – wenn möglich – ab sofort jeden Tag stattfinden. Auch wenn wir weg sind – mal sehen....

Es wird wunderbar! :-)

Alle Kinder sind versammelt, sitzen am Boden und sind gebannt. Sogar die Allerkleinsten sprechen die Passagen mit. Es ist, wie ich es mir erträumt habe – der Bann des Buches.

Danach gibt es für jeden ein Gummibärchen – und das machen wir jetzt jeden Tag :-)

 


Tag 7

Heute ist ein wichtiger Tag – wir würden gerne den Tabletennis und die Rackets zu Ende bringen.

Lucky holt uns früher ab als sonst, die Kids sind bereit – alles kann beginnen.

 

Mit den Großen starte ich das „Training“ für das abendliche Vorlesen. Schließlich sollen sie das übernehmen, wenn wir nicht mehr da sind.

Am Anfang erscheint es aussichtslos. Keiner möchte....Aber dann erklärt sich Mercy bereit und sie macht es soooo gut!

Danach habe ich das Buch von der „Kleinen Raupe Nimmersatt – The very hungry caterpillar“ dabei. Eigentlich dachte ich, dass die Großen schon zu groß sind für diese Art Bücher – aber sie sind begeistert. Wir nehmen es wieder zum Grammatiktraining und zum Klären unbekannter Wörter – und natürlich fürs Training des betonten Vorlesens.

Außerdem zeige ich ihnen den Song zu den Monaten und sie singen ihn gleich begeistert. Außerdem wollen sie wissen, welches Lied denn die Kleinen da gelernt haben, das jetzt den ganzen Tag gesungen wird und ich lerne ihnen auch „Head and shoulders“.

 

Die Großen packen sich zusammen für die Schule – ich schaue nach den Männern, wie das Tabletennis vorangeht – und ….. grooooße Frustration! Die gespendete Stichsäge versagt bereits ihren Dienst und sägt nur noch schief! Aber die Platten sind das Wichtigste.... also was tun? „We need the carpenter!“ , meint Holger. So packen die Männer kurzerhand alle Platten auf den Pickup und es fahren auch alle Männer mit. :-) Wichtige Sache natürlich :-)

 

In der Zwischenzeit beginnt die nächste Englischstunde. Die „Kleineren“ waren schon. Zuerst lesen wir noch einmal zusammen „From head to toe“ - und natürlich darf auch der Song nicht fehlen. Dann kommt das Buch „Die kleine Maus sucht einen Freund“. Daraus machen wir unser 1. kleines „Theaterstück“ und nach anfänglicher Scheu wollen sie es immer wieder spielen und machen das sehr gut!

Anschließend spielen wir das klassische alte deutsche Spiel „Mein rechter rechter Platz ist leer – one two three, Mary sit next to me“.

Diese Spiel haben wir am Anfang auch schon einmal gespielt – es war ein rechtes Durcheinander (auch weil es gar nicht so viele Stühle gibt und dann eine Lücke relativ ist....) und mich hat niemand gewählt. Jetzt klappt es schon wunderbar und ich muss (darf) ständig die Stühle wechseln :-)

 

English is finished – die Männer kommen zurück.

Das Holz ist gesägt – der Capenter hat Holger die Kappsäge selbst in die Hand gegeben – und alle waren so begeistert von der Art des Sägens, dass sie Fotos genommen haben und Holger „for free“ sägen ließen. :-) ….German work... :-)

Holger ist trotzdem nicht ganz „totally happy“, denn der hohe Anspruch ist, dass die Tischtennisplatte auf- und abbaubar sein soll – auch durch die Kids allein – und wendbar, um sie auch als großen Esstisch zu benutzen. Also hohe Ansprüche.... We will see....

 

Nach dem gemeinsamen Essen (wobei die Männer während der Arbeit essen) beginnt das spannende:

Alle Kinder malen mit Farbe, die für immer bleibt, ihre Schläger an.....

Eine logistische Herausforderung. Zuerst versuche ich, den Kindern zu erklären, dass jeder Pinsel bei seiner Farbe bleibt, dass man ihn nicht bis zum Grund des großen Farbbechers versenkt und dass man ihn abstreifen muss, bevor man damit über den ganzen Tisch geht.

Die ersten Motive entstehen, nur kleines Chaos entsteht :-) und jetzt heißt es Geduld haben, weil die Farbe sehr langsam trocknet – und der Schläger hat zwei Seiten!....

 

Die Männer kommen voran mit der Tischtennisplatte, jetzt soll sie gestrichen werde. Die Farbe, die da ist, ist stückig, die neue Farbe, die Kwabena kauft, ist eine Wandfarbe. Also heißt es erneut: afrikanisch warten.......................

Aber dann wird gemalert, erst weiß, dann grün – und auch die Schläger werden weitgehend fertig. Aber weil die Farbe so sehr langsam trocknet, müssen wir wohl morgen nochmal anfangen.

 

Das abendliche Vorlesen beschließt den Tag, der wieder lang und schön war.


Tag 8

Heute beginnt unser Tag wieder afrikanisch.

Wir stehen extra früh auf, um heute weitgehend fertig zu werden – aber dann kommt Lucky nicht, und kommt nicht und kommt nicht.

Schließlich rufen wir ihn an und er erzählt uns, dass das Auto kaputt gegangen ist.

 

Wir müssen uns also ein Taxi nehmen zum Kiku.….also sind die Großen schon in der Schule – also ist alles anders als geplant, aber weil wir gestern so weit gekommen sind mit dem Projekt, sind wir heute entspannt – oder Afrika färbt in positiver Weise schon ab.. :-)

 

Ich starte also mit den Kleinen – heute steht „The very hungry caterpillar“ auch für sie auf dem Programm. Sie lieben das Buch! Nach mehrmaligem Lesen (sie wollen es immer wieder hören) erarbeiten wir anhand des Buches die verschiedenen Früchte und die Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling. Wieder ist das für mich sehr spannend, weil es manche Früchte – wie z.B. Birne und Pflaume – hier gar nicht gibt.

 

In der Zwischenzeit designen die Männer die Tischtennisplatte – jetzt sieht es langsam wie ein richtiges Tabletennis aus.

 

Gestern Abend gab es noch einen „Neuzugang“ - so konnten wir noch miterleben, wie das hier so passiert. Es wurde einfach an das große Tor geklopft und eine Dame vom Sozialministerium brachte ein Mädchen, das sie am Bahnhof aufgelesen hatten – völlig dehydriert und ausgehungert.  Es wird hier dann einfach aufgenommen. Bekommt Trinken, Wasser, Kleidung – die erste medizinische Versorgung – und Zuspruch. Gestern wurde für uns noch einmal „live“ sichtbar, welch unglaubliche Arbeit Kiku hier leistet!

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgt das Schlägerfinish – wahre Kunstwerke entstehen. Und Holger fertig noch einen Schläger für das neu angekommene Mädchen – sie freut sich sehr :-) Während die einen noch malen, sind die anderen mit ihren neuen, eigenen Schlägern schon fleißig am Spielen. Und unter den Erwachsenen entbrennt eine heiße Diskussion, wer das erste Match gegen Holger bestreiten darf. :-)

 

Dann ist nur noch Spielen angesagt – Fußball (denn auch die Tore sind fertig), Beachtennis, Tabletennis.

 

Great day!

 


Tag 9

 

 Ein besonderer Tag – heute hat Holger Geburtstag :-) und die Kids im Kidshaus haben sich mit Ruth eine Überraschung überlegt...

 

  ….trotzdem muss erstmal gearbeitet werden....

Der Tag beginnt, indem Holger erstmal Luckies Auto repariert – die Batterie ist locker. Er richtet das mal schnell – ich glaube, würde er hier bleiben, würde er immer und immer gebraucht – sie gut, dass er handwerklich so geschickt ist :-)

Das nächste ist die Gefriertruhe. Die Stromrechnung vom Kiku war immens und es galt rauszufinden, warum.

Die Gefriertruhe war ein Hauptfaktor. Zum einen lief sie immer auf „Super“. Also erklärten wir Ruth und Antony, dass das nicht nötig ist. Sie war aber auch total vereist und gehört jedes Jahr mindestens zweimal enteist. Um zu zeigen, wie das in „Good old Germany“ geht, packten die Männer auch gleich noch das Enteisen an.

 

In der Zwischenzeit hatten die Großen und ich sehr viel Spaß mit unserer Englischstunde. Ich habe das Buch „One fish two fish“ mitgebracht mit jeder Menge Reimen – auch viele Quatschreime.

Heute war also selber lesen angesagt und die Kids hatten sehr viel Spaß dabei – so viel, dass sie das Buch gleich noch mit in ihr Zimmer nehmen wollten, um selbst weiterzulesen.

 

Hinter dem Haus, in der „Draußenküche“ liefen inzwischen die Vorbereitungen für Holgers Geburtstag auf Hochtouren. Gestern Abend noch hatte er zu mir gesagt, wie schade es sei, dass wir am Freitag fahren müssen und noch nie Fufu hatten.....

Tja............... :-)

 

Außerdem möchte ich noch meine Idee verwirklichen, ein Bücherregal zu bauen, so dass man eine Art Bücherei starten kann. Sie soll in Antonys Office kommen, und er möchte auch eine Ausleihliste anlegen. Nur noch heute und morgen...... Mal sehen, ob das noch klappen kann....

 

Während fleißig gekocht wird, gibt es letztes Training für Quabena – den neuen „Carpenter of Kiku“ ;-) … es gibt viel zu tun. Holger und er reparieren die vielen Türen, bei den das Holz „gegangen“ ist und Quabena lernt die Vorzüge des neuen Akkuschraubers kennen.

 

Und die Kinder sagen schon: „Tomorrow will be a sad day!“ - aber daran wollen wir jetzt erstmal noch nicht denken.

 

Das Fufuzubereiten ist ein echtes Erlebnis! Wie schön, dass das Ruth und die Kinder extra für Holgers Ehrentag für uns zelebrieren. Als es dann fertig ist, wird es für uns eine echte Herausforderung, Fufu in Suppe mit den Fingern (!) zu essen...

Nach Sweets und Saft für die Kids von Holger folgt die Celebration. Sie ist unglaublich – die Kinder haben Tänze einstudiert, dann gibt es noch Freestyledancing – alle sind dabei, es ist froh und aufgelassen. Diese Feier ist auch gleich unser Abschied – und bei der Heimfahrt bin ich unendlich traurig.

 

Morgen ist bereits der letzte Tag.

 


Tag 10

 

Letzer Tag.

 

Englisch ist heute: What´s your dream about your future.

Nicht gleich weiß jeder, was er sagen möchte. Aber es wird – hopefully - Ärzte, Krankenschwestern und eine Journalistin geben aus den Reihen der Kinder.

 

Danach können wir tatsächlich auch noch unser letztes kleines „Projekt“ beenden:

Ich habe Blankofiguren mitgebracht, die auch unsere Kinder in Feldkirchen für sich gebastelt haben. In Feldkirchen schmücken diese Figuren unsere Aula und machen sie bunt. Hier haben wir aus der Näherei bunte, ghanaische Stoffreste besorgt.

Die Kinder machen sich mit Feuereifer und viel Kreativität ans Werk – und nun sind die Kinder nicht nur mit ihren Handabdrücken, sondern auch mit ihrer Figur verewigt im Kinderhaus.

 

Auch das bookshelf wird noch gebohrt. Eine kleine Bücherei soll hier entstehen.

 

Now everything´s done.

 

Zum Abschied kommen alle noch einmal zusammen und so können wir uns noch einmal von jedem persönlich verabschieden.

 

Eine unvergessliche Zeit!

 

 

DANKE KiKu!

 

 

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Wir geben das DANKE zurück! Vielen lieben Dank, Marion und Holger, für all das, was ihr den vergangenen Tagen geleistet habt! Danke, dass ihr nach Ghana gereist seid, um den Kindern die Sommerferien zu versüßen und ihnen dabei noch etwas beizubringen. Danke für euren Einsatz, in so vielfältiger Form. Danke für die ausführlichen Berichte und die vielen Bilder und Videos. Danke für eine bestimmt bleibende Erinnerung für alle, nicht nur in Form einer Tischtennisplatte! :-) DANKE!!

 

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Wir hoffen, euch hat das "Tagebuch" der beiden gefallen! In den nächsten Tagen folgt noch ein Zusammenschnitt aller Videos! :-)